Stellt euch vor, ihr seid auf einer Hochzeit oder einem Geburtstag eingeladen.
Vor euch stehen viele Stühle. Ganz vorne gibt es einen Platz, von dem aus man alles sehen kann.
Und dann gibt es einen Platz ganz hinten, wo man kaum etwas mitbekommt.
Wo würdet ihr euch hinsetzen?
Wahrscheinlich würden viele von uns den besten Platz wählen. Ganz vorne.
Da, wo man gesehen wird.
Und vielleicht kennt ihr das auch aus eurem Alltag:
Wer hat die meisten Follower?
Wer ist der Beste im Sport?
Wer bekommt die meiste Aufmerksamkeit?
Wer hat die coolsten Kleider?
Wer hat die meisten Freunde?
Oft vergleichen wir uns miteinander.
Bin ich gut genug?
Bin ich beliebt genug?
Bin ich wichtig genug?
Auch zur Zeit Jesu haben Menschen darum gekämpft, möglichst wichtig zu sein. Bei einem Fest beobachtet Jesus, wie sich die Gäste die besten Plätze aussuchten.
Und dann sagt Jesus etwas Überraschendes:
Du musst nicht immer der Erste sein.
Denn dein Wert hängt nicht davon ab, welchen Platz du bekommst.
Du bist nicht wertvoll, weil du besonders gut singst.
Nicht, weil du besonders sportlich bist.
Nicht, weil dich viele Menschen mögen.
Nicht, weil du immer alles richtig machst.
Du bist wertvoll, weil du ein Mensch bist, den Gott geschaffen und lieb hat.
Bei Gott musst du keinen Platz erkämpfen.
Du musst nicht besser sein als jemand anderes, damit Gott dich liebt.
Vielleicht ist das eine der schönsten Nachrichten dieses Evangeliums:
Bei Gott muss ich nicht um den ersten Platz kämpfen.
Bei Gott habe ich schon einen Platz.
Und vielleicht können wir diese Woche einmal darauf achten:
Wer sitzt bei uns manchmal ganz hinten?
Wer wird übersehen?
Wer steht nicht im Mittelpunkt?
Wer braucht vielleicht jemanden, der sagt:
„Komm, setz dich zu uns.“
Denn vielleicht geht es Jesus gar nicht nur darum, welchen Platz wir selbst bekommen.
Vielleicht geht es vielmehr darum, welchen Platz wir anderen geben.
Manuela Baumann