Am 13. Januar gedenken wir, an seinem Todestag des Heiligen Remigius, des „Apostels der Franken“. Remigius war Bischof von Reims und ist vor allem dafür bekannt, dass er den jungen König Chlodwig taufte und damit den Grundstein für die Christianisierung Frankreichs legte. Einer Legende nach fehlte bei dieser Taufe das Chrisamöl. Durch das Gebet von Remigius wurde es durch eine Taube gebracht. Dieses erbetete Chrisamöl wurde jahrhundertelang in der Kathedrale in Reims aufbewahrt und spielte bis ins Mittelalter eine Rolle bei den Krönungen der Könige. Doch sein Wirken geht weit über dieses historische Legende hinaus.

Remigius lehrt uns, dass Glaube Türen öffnen kann – Türen zu Gemeinschaft, zu Versöhnung und zu einem Leben in Hoffnung. Er zeigt, wie wichtig es ist, auf Menschen zuzugehen, ihnen zuzuhören und ihnen den Glauben nahezubringen – nicht mit Gewalt, sondern mit Geduld, Mitgefühl und Glaubwürdigkeit.

In unserer heutigen Zeit, in der Menschen oft verschlossen oder skeptisch gegenüber Kirche und Glauben sind, können wir uns von Remigius inspirieren lassen: Welche Türen können wir in unserem Alltag öffnen – für Begegnung, für Verständnis, für den Glauben? Vielleicht ist es ein freundliches Wort, ein offenes Ohr oder ein tätiger Einsatz für die Schwachen. Jeder kleine Schritt kann ein Zeichen der Hoffnung sein.

Der Heilige Remigius erinnert uns daran: Glaube ist nicht nur eine persönliche Haltung, sondern ein Geschenk, das geteilt werden will – ein Licht, das die Dunkelheit erhellen kann.

Corinna Vorwieger