Zurzeit wird überall wieder Fasnacht gefeiert. Was sich sicher viele Fragen, gehört die Fasnacht denn auch zum Katholischen Brauchtum? Oder woher kommt die Fasnacht denn genau?
Aus dem Mittelalter ist belegt, wie das Kirchenjahr Einfluss auf die Fasnacht ausgeübt hat. Fasnacht, die letzten Tage vor der Fastenzeit, wurden notgedrungen zur Zeit des Überflusses. Ab Aschermittwoch war der Verzehr von Fleisch, Fett, Milch, Butter, Eiern und Käse verboten. Wein, Most, Bier und Schnaps waren sowieso tabu. Also musste man alles noch möglichst aufbrauchen, um es nicht verderben zu lassen. Die Katholische Kirche hat durch diese Fastenregeln den üppigen Fasnachtsbetrieb gefördert, gleichzeitig aber gegen die Auswüchse gepredigt.
Der Beginn der Fastnacht ist unterschiedlich. In manchen Gegenden beginnt sie am 7. Januar (nach den sogenannten Raunächten), an vielen Orten am 11. November um 11:11 Uhr. Für diesen Termin gibt es zwei Gründe. Zunächst war es bis 1917 (Datum des Inkrafttretens des neuen kirchlichen Gesetzbuches) üblich, vom Fest des heiligen Martin von Tour (11. November) bis Weihnachten an drei Tagen der Woche zu Fasten. Da wollte man an diesem Tag noch einmal richtig feiern. Der zweite Grund liegt in der Zahl 11. Die beiden Zahlen sind gleich- an der Fasnacht gibt es dank der Masken keine Standesunterschiede, alle Menschen sind gleich. Ausserdem liegt die Zahl zwischen der 10 (Zehn Gebote) und der 12 (Zwölf Apostel), ist also eine «unheilige» Zahl. Der Höhepunkt der Fasnacht ist in der Woche vom «Schmutzigen Donnerstag» bis zum «Aschermittwoch». Der Donnerstag vor Aschermittwoch war der letztmögliche Schlacht- und Backtag: Der Freitag galt als Fasttag, der Samstag war kein Schlachttag, da bereits am Nachmittag liturgisch der Sonntag beginnt- ein halber Tag reichte nicht zum Schlachten. Der Sonntag als Ruhetag fiel sowieso weg. Montag und Dienstag waren zu kurz vor dem Aschermittwoch. Da vom Aschermittwoch an fasten angesagt war, wurde am Donnerstag so richtig gefeiert. Hier liegt auch der Ursprung des Fastnachtsgebäcks. Da das beim Schlachten gewonnene Fett verwendet wurde, um darin die Küchlein oder Krapfen usw. auszubacken, erhielt der letzte Donnerstag vor der Fastenzeit den Namen «schmotziger» (im alemannischen Dialekt für fettig) Donnerstag. Durch das ausgelassene Feiern in den Tagen vor Aschermittwoch war der Übergang zur vierzigtägigen Fastenzeit leichter in Angriff zu nehmen und zeigte den Menschen auch umso deutlicher den Sinn des Fastens in Vorbereitung auf Ostern.
Woher kommt das Wort Fasnacht?
Fasnacht kommt vom althochdeutschen «Fasta» und «Naht». «Fasta» bedeutet Fastenzeit und «Naht» bedeutet Nacht oder Vorabend. Ursprünglich bezeichnete der Name Fasnacht nur den Tag vor Beginn der Fastenzeit. «Karne-val» kommt aus dem Lateinischen und bedeutet «Fleisch, lebe wohl!».
Manuela Baumann