Dieses Jahr fällt in unserem Pastoralraum die Firmung mit dem Muttertag zusammen. Zufall – oder steckt mehr dahinter? Im Grunde hängt es mit organisatorischen Fragen zusammen, etwa der Verfügbarkeit des Firmspenders. Was aber nicht heisst, dass Gott nicht auch durch „Zufälle“ oder die äusseren Umstände zu uns spricht. Ich finde, die beiden Feste passen sogar sehr gut zusammen.
Die Firmung führt uns zu Pfingsten, dem Fest des Heiligen Geistes. Maria, die Mutter Jesu, war damals mit den Jüngern versammelt – betend, ängstlich und doch voller Erwartung. Dann kam der Heilige Geist, wie Feuerzungen, die sich auf sie niederliessen. Sie wurden erfüllt von Kraft, lobten Gott und verkündeten furchtlos das Evangelium. Die meisten der Apostel bezahlten diesen Glauben später mit ihrem Leben. Maria jedoch blieb, bis zuletzt und wird dennoch in der lauretanischen Litanei die „Königin der Märtyrer“ genannt. Weil ihr Opfer wohl einzigartig war: Ihr eigener Sohn.
Sie war immer da – oft unscheinbar, still, aber ganz gegenwärtig. Bei der Verkündigung, bei der Geburt Jesu, bei der Prophezeiung Simeons im Tempel, bei der Hochzeit zu Kana wo Jesus sein erstes Wunder wirkte (…etwas mit Wasser und Wein). Sie stand unter dem Kreuz, als die mutigen Männer das weite suchten und schliesslich an Pfingsten, wo sie alle wieder um sich versammelte.
Schon früh spürten die Christen ihre besondere Rolle und Bedeutung. So hat Franz von Assisi sie mit den Worten gelobt: „Du geliebte Tochter des Vaters, du Mutter des Sohnes, du Gemahlin des Heiligen Geistes.“ …wie einfach und doch treffend.
Für mich persönlich ist sie aus dem Glauben und Leben der Kirche nicht wegzudenken. Umso schöner ist es, dass wir sie in diesem Jahr – gleichsam „zufällig“ – zusammen mit allen Müttern in die Mitte stellen und eine Rose überreichen dürfen.
Joža Tadić